Gemälde reinigen

Unter Schmutz und Staub verbergen sich oft kräftige Farben

Wir bekamen das Gemälde von dem Künstler Karl-Max Steffens, um zu begutachten, ob sich eine Reinigung des Bildes lohnen würde. Das Bild entstand 1959/60 und wurde vermutlich noch nie gereinigt. Unsere Restauratorin konnte nicht genau vorhersagen, ob die Reinigung des Gemäldes einen starken Effekt haben wird.

Auf folgendem Bild sieht man den Zustand des Gemäldes vor der Restaurierung. Nur oben links in der Ecke wurde ein Teil der Verschmutzung schon entfernt.

Gemälde von Karl-Max Steffens vor der Restaurierung

Gemälde von Karl-Max Steffens 1959-60

Als wir das Gemälde aber dann in gereinigtem Zustand gesehen haben, wussten wir, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Das Bild war stark verschmutzt mit Nikotin und Staub. Der alte Firnis war vergilbt.

Die Restauratorin entfernte den alten Firnis samt Schmutzschicht und versiegelte das Gemälde mit einem seidig matten Schutzfirnis. So gereinigt leuchten die Farben in ihrem ursprünglichen Ton.

Gemälde von Karl-Max Steffens nach der Restaurierung

Gemälde von Karl-Max Steffens nach der Restaurierung

Gemälde neu gerahmt

Vorher – Nachher

Hier wieder ein Beispiel, wie sehr ein Rahmen ein Bild verändern kann.

Der alte Bilderrahmen hatte schon einige Beschädigungen und passte nicht mehr zum Geschmack des Kunden.

Gemälde eines Fachwerkhauses am Getreidefeld mit cremefarbenem Plattenrahmen

Gemälde in cremefarbenem Plattenrahmen

Der neue Bilderrahmen sollte schlanker werden und wenig auffällig. Wir wählten einen Rahmen mit silbriger Oberfläche auf grünlichem Untergrund, der sich farblich am Bild orientiert.

Gemälde eines Fachwerkhauses im Getreidefeld gerahmt mit schmaler silberfarbenen Bilderleiste

Gemälde neu eingerahmt mit schmaler silbriger Leiste

Das Gemälde erhielt zusätzlich eine Reinigung und bekam einen neuen Schutzfirnis. Die Farben wirken nun dadurch etwas kräftiger und das Bild bekommt mehr Tiefe.

Gemälderestaurierung – Ein Beispiel

Gemälde reinigen zu lassen kann sich lohnen.

Gemälde werden normalerweise ohne Glas gerahmt. Die Malschicht eines Gemäldes wird deshalb ganz zum Schluss vom Künstler mit einem Schutzfirnis aus Natur- oder Kunstharz überzogen. Dieser Schutzlack verhindert, dass Schmutzpartikel in die Malschicht eindringen können.

Gemälde vor der Reinigung

Gemälde vor der Reinigung

Früher wurde manchmal auch Leinölfirnis verwendet. Wie auch bei unserem Beispiel hier. Dieser Leinölfiniss vergilbt allerdings mit den Jahren sehr stark und wird gelblich bis braun. Unser Gemälde hier hing sicherlich auch einige Jahre in einem Raucherhaushalt. Auch das Nikotin verursacht gelbliche Verfärbungen auf Gemälden.

Bei unserem Gemälde wurde es nun endlich Zeit, es zu reinigen und den alten Firnis zu entfernen. Dabei werden auch alle anderen Schmutzpartikel, die im Schutzlack haften, abgelöst. Die Farben werden wieder frisch und kräftig. Das Gemälde bekommt nach der Restaurierung deutlich mehr Tiefe.

 

Gemälde nach der Reinigung

Gemälde nach der Reinigung